B R I D G E - R A N G Programminformationen
Bridge-Ranglistensystem Stand: 01.10.2002


     Übersicht

Theorie
     1      System-Grundlagen
     2      Datenermittlung und -auswertung
Praxis
     3      Ranglistenarbeiten beginnen
     4      Club-Rangliste neu anlegen
Ausblick


     1      System-Grundlagen

Dem Ranglistensystem liegen die Ideen von Ralph Wickert in Bonn und der Wertungslisten im Schach (ELO-, DWZ- und Ingo-System) zugrunde.

In diesen Informationen und im Programm werden dazu diese Abkürzungen verwendet:

  EZ Erfolgszahl zeigt, wie ein Spieler in einem Turnier abgeschnitten hat
  MZ Monatszahl für das Abschneiden in allen Turnieren eines Kalendermonats
  SZ Spielerzahl ist der Maßstab für die Spielstärke eines Spielers
  TZ Turnierzahl zeigt, wie stark ein Turnier besetzt ist

Eine Club-Rangliste für alle, Punktesammler oder nicht, was zeigt denn die?
Wie entsteht sie? Wie vertrauenswürdig ist sie?
Hier sind die Antworten auf diese Fragen:

Jeder Bridgespieler wird immer wieder bessere und schlechtere Turnierergebnisse erzielen, je nach Tagesform, Partner und Turnierglück. Alle seine Turniere zusammen zeigen dann seine Spielstärke. BRIDGE-RANG setzt diese in vergleichbare Zahlen um.

Die SZ eines Spielers, geteilt durch 100, zeigt, wie viel Prozent der erreichbaren Punkte er mit einem gleich starken Partner in einem durchschnittlich besetzten Landesverbands-Paarturnier normalerweise gewinnen wird (und entsprechend auch in einem Team- oder Individualturnier).
Je stärker er spielt, desto höher ist seine SZ.

Jedes Turnier weist eine Besetzung auf, eine Durchschnitts-Spielstärke, die sich aus der Stärke der Teilnehmer ergibt: Die TZ ist der Durchschnitt der SZ aller Teilnehmer
- je höher, desto stärker besetzt.

BRIDGE-RANG geht von der Vorgabe aus, dass ein Paar, dessen durchschnittliche SZ genau der TZ eines Turniers entspricht, normalerweise in diesem Turnier 50 Prozent der Punkte erreichen wird. Schneidet es besser ab, so verbessern beide Spieler ihre SZ entsprechend; bei einem schlechteren Ergebnis fallen ihre SZ.

In Zahlen:
In einem Paarturnier mit der TZ 5400 spielt der Spieler A (SZ 5500) mit dem Spieler B (SZ  5100). Die Durchschnitts-SZ dieses Paares ist (5500 + 5100) / 2 = 5300.
Von diesem Paar erwarten wir ein Ergebnis von (5300 - 5400) / 100 = 1 % weniger als 50  Prozent, also 49 Prozent. Wenn sie 52,5 Prozent erreichen, so erzielen beide eine EZ von (52,5 - 49) x 100 = +350.

Wie vertrauenswürdig sind die ermittelten Zahlen?
Natürlich umso mehr, je öfter ein Spieler gespielt hat: Die positiven und negativen Ergebnisse gleichen sich dann immer mehr aus.
Wie stark seine Partner waren, ist kaum von Bedeutung: Für die gleiche EZ muss er mit einem schwächeren Partner weniger Prozente erzielen als mit einem stärkeren.
Zuverlässiger werden die Zahlen mit mehr verschiedenen Partnerschaften: Alle Mitglieder einer Spielgemeinschaft (Team oder Paar) bekommen in einem Turnier immer die gleiche EZ. Deswegen kann sich der Abstand zwischen den SZ zweier Dauer-Turnierpartner normalerweise nicht ändern.
(Über eine Ausnahme informiert Sie die Programm-Hilfe über   Club-Rangliste
          - Ausgaben aus Ranglistendaten - Club-Rangliste ausgeben (Fenster 2 und 3)).


     2      Datenermittlung und -auswertung

Aus den EZ eines Monats wird für jeden Spieler eine MZ ermittelt, indem die Durchschnitts-EZ (Summe geteilt durch die Anzahl der EZ) zur SZ addiert oder von ihr abgezogen wird.
Dieser MZ wird als Wert zugewiesen:
          1 - wenn der Spieler nur ein Turnier gespielt hat
          2 - wenn der Spieler zwei Turniere gespielt hat
          3 - wenn der Spieler mehr als zwei Turniere gespielt hat
                (auch die Anfangs-SZ beim Ranglistenstart wird 3-fach gewertet)

Die MZ der vorangegangenen zwölf Monate werden mit ihren zugehörigen Werten multipliziert.
      Die Werte und die Produkte werden getrennt addiert.
Die MZ der diesem Zeitraum vorangegangenen zwölf Monate werden mit ihren zugehörigen
      um 1 verminderten Werten multipliziert. Die so verminderten Werte und die Produkte
      werden zu den entsprechenden Zahlen aus dem vorigen Absatz addiert.
          - Das bedeutet, dass sich MZ mit dem Wert 1 aus diesem Zeitraum nicht mehr auswirken.
Dann werden aus den wieder vorangegangenen zwölf Monaten,
          also den zurückliegenden Monaten 25 bis 36, die MZ mit dem Wert 3 einfach
          zur Produktesumme aus dem vorigen Absatz addiert.
          Die Wertesumme wird um die Anzahl der so addierten Beträge erhöht.
Zuletzt wird die Summe der Produkte durch die Summe der Werte geteilt.
Das Ergebnis ist die SZ, mit der der Spieler in die Turniere des nächsten Monats geht.
          Sie zeigt seine Erfolge der letzten drei Jahre,
          abklingend entsprechend der zeitlichen Entfernung.


     3      Ranglistenarbeiten beginnen

Sie starten Ihr Scoreprogramm wie gewohnt und erreichen dann das Ranglistenmenü,
die Ausgangsbasis für alle Ranglistenarbeiten, über
          Hauptmenü:   CP   -   Rangliste   .


     4      Club-Rangliste neu anlegen

Sie brauchen eine Spielerliste:
Aus Ihrer Spielerliste, die Sie immer verwenden, übernehmen Sie die Namen und Kürzel der Spieler in die Ranglistendaten über
          Ranglistenmenü: Spieler - Namen übernehmen .
Als Anfangsmonat geben Sie den Monat mit dem ersten ausgewerteten Turnier ein.

Sie brauchen für jeden Spieler eine Anfangs-SZ:
Die schätzen Sie: wieviele Gewinnprozente wird er mit einem gleich starken Partner in einem durchschnittlich besetzten Landesverbands-Paarturnier erreichen?
Sie können aber auch dem Programm übertragen, aus einer Anzahl von Turnierergebnissen die Anfangs-SZ zu errechnen. Dabei geht es von einem SZ-Durchschnitt von 4500 aus.

Falls Sie selbst schätzen, geben Sie das Hundertfache als Anfangs-SZ ein.
Das Programm macht dies ebenso.
Diese SZ wird vom Programm dreifach gewertet.
Mit der Taste F3 beenden Sie die Eingaben.

Sie brauchen eine größere Anzahl von Turnierergebnissen:
Damit können Sie Ihre Schätzungen überprüfen und korrigieren,
und das Programm benötigt sie für seine Errechnung.
Später können Sie einfach die von Ihrem Scoreprogramm gespeicherten Turnierergebnisse übernehmen über
          Ranglistenmenü: Turniere - Turniere übernehmen .
Das Eingeben über
          Ranglistenmenü: Turniere - Turniere eingeben
ist nur für Fälle gedacht, in denen keine automatische Übernahme möglich ist.

Gelegentlich können Sie das SZ-Niveau aller Spieler korrigieren entsprechend den Abweichungen der SZ von Spielern, die sich an Landesverbands-Paarturnieren beteiligten, von ihren dortigen Ergebnissen. Das geht über
          Ranglistenmenü: Spieler - SZ anpassen
- die Hilfe dazu erreichen Sie am besten, wenn Sie den Leuchtbalken auf "SZ anpassen" stellen.

Hin und wieder sollten Sie Ihre Daten sichern über
          Ranglistenmenü: System - Ranglistendaten sichern (leicht merkbarer Name!) .
Lesen Sie dazu bitte in der Hilfe die Informationen zur Datensicherung, erreichbar über
          Club-Rangliste - Ranglistendaten sichern und holen


     Ausblick

Das Bridge-Ranglistensystem ist auf Club-Ebene voll verwendbar, seine Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen. Es fehlen insbesondere noch die Möglichkeit der Anwendung über die Clubebene hinaus und die Programmteile für mehr als 500 Spieler in der Rangliste.

Sollte es Ihnen irgendwo begegnen, dass das Programm einen von Ihnen benötigten Programmteil als noch nicht vorhanden meldet, oder sollten Sie sonst etwas vermissen, so informieren Sie bitte den Autor.


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